Artikel: Kleine Wohnungen heiß begehrt

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Kleine Wohnungen heiß begehrt

Ein Blick auf den Wiener Wohnungsmarkt zeigt: Die Mieten kleinerer Wohnungen sind erneut angestiegen, während bei den Mieten größerer Wohnungen ein Preisrückgang zu verzeichnen ist.

Die Mietentwicklung ist nach wie vor ein spannendes Thema, das besonders in Wien eine große Rolle spielt, wo mehr als drei Viertel aller Wohnungen Mietwohnungen sind. Da es in Berichten immer wieder vorkommt, dass Mietpreise unklar oder falsch dargestellt und verglichen werden, indem Angebotspreise oder Bruttopreise als Grundlage herangezogen werden, hat das Research- und Bewertungsteam der Rustler Gruppe im vergangenen Jahr über 500 tatsächlich abgeschlossene Neuvermietungen analysiert und diese Daten einem Zehnjahresvergleich unterzogen.

Als Grundlage wurden die im Vertrag festgesetzten Hauptmietzinse (Nettomieten) von Kategorie A-Wohnungen verwendet. Des Weiteren wurde zwischen Wohnungen bis 60 Quadratmeter Wohnnutzfläche und Wohnungen ab 60 Quadratmeter Wohnnutzfläche unterschieden. Im Zehnjahresvergleich wurden über 5.000 Neuvermietungen der Bezirke 1 bis 20 analysiert. Aufgrund des geringen Datenmaterials konnten die Bezirke 21 bis 23 in der Analyse nicht berücksichtigt werden. Die ausgewerteten Neuvermietungen betreffen sowohl Altbau- als auch Neubauwohnungen.

Die Auswertung der Neuvermietungen für 2019 zeigt eine Preissteigerung von +2,36 Prozent bei Wohnungen bis 60 Quadratmeter und eine Preissenkung von -1,13 Prozent bei Wohnungen ab 60 Quadratmeter Wohnnutzfläche. Die im Jahr 2019 vereinbarten Hauptmietzinse für Wohnungen bis 60 Quadratmeter Wohnnutzfläche lagen daher leicht über der Inflation, die per vierten Quartal 2019 einen Wert von 1,5 Prozent auswies (Quelle: Österreichische Nationalbank).

Großer Wohnraum wird billiger
In absoluten Zahlen bedeutet dies für Wohnungen bis 60 Quadratmeter Wohnnutzfläche einen monatlichen Hauptmietzins von durchschnittlich 10,40 Euro pro Quadratmeter, für Wohnungen ab 60 Quadratmeter Wohnnutzfläche einen monatlichen Hauptmietzins von durchschnittlich 9,64 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich zum Jahr 2018 bedeutet dies für kleinere Wohnungen einen Preisanstieg von 0,24 Euro je Quadratmeter und Monat, für größere Wohnungen eine Preissenkung in Höhe von 0,11 Euro je Quadratmeter und Monat. Im Gegensatz zur Entwicklung von 2017 auf 2018, wo der Preisanstieg bei kleinen und großen Wohnungen ähnlich hoch ausgefallen ist, liegt die Preisentwicklung von 2018 auf 2019 rund 3,5 Prozent auseinander. Wie schon beim letzten Vergleich fällt auf, dass die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von November 2017 hinsichtlich der Lagezuschläge weiterhin keine bemerkbaren Auswirkungen zeigte.

Kleine Wohnung ist Anlage-Hit
Die unterschiedlichen Preisentwicklungen des Jahres 2019 zeigen deutlich, dass die Nachfrage nach kleineren Wohnungen nach wie vor anhält. Hingegen sind größere Wohnungen tendenziell schwerer vermietbar und werfen in der Regel weniger Rendite ab. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es im Jahre 2019 bei kleineren Wohnungen zu einem über der Inflation liegenden Anstieg, bei größeren Wohnungen jedoch zu einer Preissenkung gekommen ist. Bei den Wohnungen ab 60 Quadratmeter Wohnnutzfläche ist es sogar zu einer Preissenkung ähnlich wie im Jahre 2015 gekommen. Die Preisentwicklung der letzten zehn Jahre zeigt jedoch, dass die Preisentwicklungen nur moderat ausgefallen sind. Darüber hinaus ist anzumerken, dass die Inflation im Jahr 2019 mit 1,5 Prozent relativ niedrig war.

GASTAUTOREN:
Alexander Scheuch (RUSTLER) und Maximilian Kainz (RUSTLER)